Insolvenzrecht

Die Insolvenzbestimmungen sind unverändert geblieben. Die damit verbundenen Rechtspflichten sind daher streng einzuhalten. In Deutschland wird zwar aktuell darüber diskutiert, die Verpflichtung zur Anmeldung eines Insolvenzverfahrens zu sistieren, eine Änderung wurde aber auch in Deutschland nicht beschlossen. In Österreich wird diese Diskussion zu Recht nicht geführt. Die bloße Verschiebung einer Insolvenz hilft weder dem Unternehmer noch den Dienstnehmern oder den Gläubigern. Vielmehr stellt ein gut vorbereitetes und rechtzeitig eingeleitetes Insolvenzverfahren ein sinnvolles Instrument zur Unternehmenssanierung dar.

In Österreich stehen dazu das Sanierungsverfahren mit oder ohne Eigenverwaltung oder das Konkursverfahren mit Annahme eines Sanierungsplans zur Verfügung. In diesen Fällen muss das Unternehmen nur die von den Gläubigern akzeptierte Quote (mindestens aber 20% oder 30%) bezahlen und das innerhalb von zwei Jahren. Die restlichen Schulden sind erlassen.

Allerdings setzt dies voraus, dass im Sanierungsverfahren laufen ausreichend hohe Einnahmen erzielt werden können. Das kann in der jetzigen Situation schwierig oder etwa im Falle der (behördlichen) Betriebsschließung unmöglich sein. In diesem Fall besteht die rechtliche Verpflichtung das Konkursverfahren einzuleiten (Eigenantrag), wobei auch in diesem Stadium noch die die Verfahrensart (Sanierungsverfahren mit/ohne Eigenverwaltung oder Konkursverfahren) gewählt werden kann . Die verspätete Einleitung führt zu auch strafrechtlich relevanten Rechtsfolgen.

Die ordnungsgemäße Abwicklung hilft auch Geschäftsführerhaftungen zu vermeiden.

EMPFEHLUNG: Erstellen Sie eine Fortbestandsprognose für Ihr Unternehmen; Sie sind in der Unternehmenskrise dazu auch rechtlich verpflichtet. Ist ein Fortbestand des Unternehmens auch mit außergerichtlichen Sanierungsmaßnahmen nicht darstellbar, ist sofort ein Insolvenzverfahren einzuleiten.